Prof. Peter Voß und Jobst Plog. | Bildquelle: dpa/AP

Erinnerungen an die Geschichte der ARD

Jobst Plog

1991-2008 NDR-Intendant
1993-1994 ARD-Vorsitzender

„Der größte Erfolg und das größte Hindernis für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist im Grunde dasselbe: Das größte Hemmnis war der dominierende Einfluss der Politik, und ich denke, man kann sagen, dass der größte Erfolg das Herausdrängen der Politik war. Die Freiheit des Rundfunks, das Zurückdrängen der Parteien, ist nicht durch Einsicht der Parteien, sondern durch Urteile der Gerichte erzwungen worden.“

Peter Voß

1993-2007 SWF/SWR-Intendant
2000-2001 ARD-Vorsitzender

„Ich erinnere mich am liebsten an einen kollektiven Erfolg für viele Journalisten, und ich durfte dabei sein: Das war, dass ARD und ZDF vor der Wiedervereinigung und während dieses Prozesses in die DDR hineingesendet haben und dass sie dort eine Instanz der Glaubwürdigkeit waren und geblieben sind.“

Fritz Pleitgen

1995-2007 WDR-Intendant
2001-2002 ARD-Vorsitzender

„Was uns immer das Kreuz gestärkt hat, war das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, das in den Entscheidungen zum dualen Rundfunk immer wieder erklärt hat: Die Existenzberechtigung des kommerziellen Rundfunks beruht auf der Funktionsfähigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunk.“

Historische Einordnung

Armin Wolf

Stv. ORF-Chefredakteur
2019 Europäischer Journalist des Jahres

„Information ist die Kernaufgabe der Öffentlichrechtlichen. Seriöse, sorgfältig recherchierte, unparteiische, kritische Information. Es gibt einen alten Spruch der BBC, dem Vorbild alle Öffentlichrechtlichen: ‚Wir wollen unserem Publikum helfen, qualifizierter am demokratischen Diskurs teilzunehmen.‘ Das halte ich für unsere vornehmste Aufgabe. Was seriöser Journalismus und was Öffentlichrechtliche leisten können, das hat man in diesem Corona-Jahr gut gesehen.“


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